Online-Poker steht im Mittelpunkt der Anhörung im US-Kongress
13-02-2010
Am 3. Feb. kam es zur ersten Anhörung zum neuen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Online-Glücksspielen in den USA. In der emotionalen Debatte warnten die Gegner vor Identitätsdiebstahl bei Glücksspielen während die Befürworter auf die Vorteile der staatlichen Kontrolle hinwiesen.
Erste Anhörung zum US-Gesetzentwurf zu Online-Glücksspielen
Am 3. Dezember kam es im US-Kongress endlich zu einer offiziellen Sitzung, in der der Gesetzentwurf von Barney Frank zur vollständigen Legalisierung und Regulierung von Online-Glücksspielen, insbesondere Online-Poker, in den USA zur Diskussion stand. Die Gegner des Gesetzesvorhabens sehen vor allem Identitätsdiebstahl als größtes Problem bei der Legalisierung von Online-Poker.
Identitätsdiebstahl ist das Zauberwort der Glücksspielgegner. In der mündlichen Verhandlung war es Vertretern aus der Glücksspiel-Industrie erlaubt, ihre Meinung zu dem Entwurf zu erläutern. In den meisten Fällen mussten sich die Redner dann mit Einwänden zu den Risiken von Identitätsdiebstahl beim Online-Poker auseinandersetzen.
In der Tat scheint das wichtigste Argument, dass konservative US-Politiker, gegen die Legalisierung von Online-Poker vorbringen, das Risiko eines Identitätsdiebstahls zu sein. Diese Änderung der Taktik ist sehr seltsam, denn bisher bauten sie ihren Widerstand gegen das Online-Glücksspiel auf "moralischen" Gründen und der Sorge um die so genannten "Problemspieler" auf. Vize-Direktor des FBI warnt vor organisierten Betrügern
"Es gibt mehrere Möglichkeiten, um beim Online-Poker zu betrügen, von denen keine einzige legal ist“ schreibt Shawn Henry, der stellvertretende Direktor des FBI, in einem Brief, der von Spencer Bachus, dem Hauptgegner von Bill Frank, vorgelesen wurde.
"Es gibt Technologien und Strategien mit denen ein Team aus zwei oder drei Spielern beim Online-Poker die restlichen Spieler am Tisch mit großer Sicherheit besiegen können.", fährt er fort. "Die Anbieter von Online-Poker könnten solche Betrügereien zwar erkennen und Sicherheitsvorkehrungen unternehmen, um einen solchen Betrug zu verhindern, allerdings gibt es keinen Anreiz für einen Anbieter eine wirksame Sicherheitsvorkehrung zu installieren."
Nur Legalisierung bringt Kontrolle über den Markt
"Die Art und Weise in der Online-Glücksspiel heute in der Illegalität existiert, erinnert an den Wilden Westen", hielt Michael Brodsky, der Vorstandsvorsitzende von Youbet.com Inc. dagegen. Youbet.com betreibt eine legale Plattform für Online-Pferdewetten in den USA. Onlinewetten auf Pferde- und Hunderennen ist im Gegensatz zu Online-Poker in vielen amerikanischen Bundesstaaten legal. „Die einzige Möglichkeit, das Glücksspiel im Internet zu kontrollieren, ist es zu legalisieren und zu regulieren."
Ergebnis der Anhörung
Was wurde also als Ergebnis in der mündlichen Verhandlung erreicht? Nichts Bestimmtes. Das beste Ergebnis ist jedoch die Tatsache, dass der US-Kongress endlich dazu bereit ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Da dies zu dem Zeitpunkt passierte an dem die vollständige Umsetzung des bisherigen Glücksspielgesetzes (UIGEA) um sechs Monate verschoben wurde, kann es jedoch als ein erstes hoffnungsvolles Zeichen gesehen werden.