Der Gerichtsfall um die Pokerdomainnamen wurde jetzt am obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates Kentucky gehört
10-11-2009
Gestern gab es am obersten Gerichtshof des Bundesstaates Kentucky eine Anhörung bezüglich der Beschlagnahme von 141 internationalen Webdomains zum Thema Online-Glücksspiel. Nach Ansicht der Behörden soll die Beschlagnahme zu einer völliigen Unterbindung von
Online Casino Glücksspiel im gesamten Bundesstaat führen. Bis zur endgültigen Entscheidung in dem Fall könnten allerdings noch Monate vergehen.
"In dem speziellen Fall, der seit einem Jahr die Justiz beschäftigt, geht es darum, ob URLs von Online-Pokerwebseiten wie PokerStars und UltimateBet weltweit komplett unzugänglich gemacht werden dürfen.“, erklärt PocketFives.com. Die Klage wurde zum ersten Mal von einem Gericht in Kentucky im Januar abgewiesen. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, die dann zur aktuellen Auseinandersetzung führte.
Zuständigkeit ungeklärt
Der Staat Kentucky wird durch den Generalstaatsanwalt Eric Lycan vertreten, der der Interactive Media Entertainment and Gaming Association (iMega) gegenübersteht. Die Gruppe gilt als wichtigster Kritiker der Beschlagnahmung von Domain-Namens und ist ein Teil des "Berufsverbandes für illegales Glücksspiel". Lycan argumentierte, dass falls der Staat die Domain-Namen erfolgreich verbieten sollen, dann würden diese anschließend „in einer öffentlichen Auktion versteigert werden."
Der wichtigste Punkt der Beweisführung ist zu zeigen, ob Kentucky überhaupt die Zuständigkeit für die Durchführung einer solchen Maßnahme hat. Die Anwälte von iMega argumentierten, dass der US-Bundesstaat diese mit Sicherheit nicht besitzt. "Er macht einem verrückt, wenn man sieht, was der Staat hier machen will", sagte Jon Fleischaker der Anwalt von iMega während seines Statements.
Bis zur Entscheidung könnten Wochen oder Monate vergehen
"Sechs der sieben Richter, die dem Kentucky Supreme Court angehören, hörten den Fall während der 90-minutigen Sitzung. Die Entscheidung des Gerichtes wird voraussichtlich innerhalb der Regelzeit von vier Monaten fallen", ergänzt PocketFives.com. "Die Entscheidung des Gerichts könnte irgendetwas zwischen Wochen und Monate in Anspruch nehmen", stimmt die Associated Press zu.
Vereinigung der Pokerspieler zeigt sich zufrieden
Nach Einschätzung der Poker Players Alliance (PPA, die amerikanische Vereinigung der Pokerspiel) verlief die Anhörung gut. John Pappas, der Vorsitzende der PPA, sagte in einem Interview mit dem EGR-Magazin (E-Gaming Reviews), dass sie "sehr zufrieden" mit der Argumentation und der Art der Präsentation gewesen seien.
Full Tilt Poker erhält Rückendeckung durch englisches Gericht
Der prominenteste Vertreter auf der Liste ist sicherlich Fult Tilt Poker. In der zwischen Zeit hat die für Full Tilt Poker zuständige Organisation für Domainregistrierung die Unterstützung durch ein britisches Gericht erhalten, das entschieden hat, dass der US-Bundesstaat Kentucky kein Recht besitzt diese oder irgendeine andere britische Webseite zu beschlagnahmen.
Gemäß der Webseite thedomains.com, hat ein britisches Gericht entschieden, dass "Englischen Gerichte keine Zuständigkeit besitzen, um ein Verfahren einzuleiten, dass (1) zur Durchsetzung eines direkten oder indirekten ein Straf-, Zivil- oder anderen öffentlichen Rechtes eines ausländischen Staates oder (2) auf der Entscheidung einer Regierung eines anderen Staaten beruht.“