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Gibt es in Deutschland bald ein Verbot von Google Analytics?

Deutsche Datenschützer haben massive Bedenken bei der Nutzung des beliebten Tools „Google Analytics“ angemeldet. Das Tool, das Betreibern von Webseiten hervorragende Informationen über das Verhalten seiner Besucher liefert, verstöße gegen das deutsche Recht.

Europa misstraut dem erfolgreichsten Internetunternehmen der Welt immer mehr

Die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union ist unzufrieden mit einem Online-Marketingtool des Internetgiganten Google. Google ist der absolute Marktführer für das Online-Geschäft weltweit aber vor allem in den USA mit traumhaften Renditen und riesigen Gewinnen – und es ist das perfekte Beispiel wie ein relativ junges Unternehmen, das als bescheidener Business-Plan begonnen hat, sich innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit herrschenden Ungetüm entwickelt hat.

Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) gibt es für das Unternehmen mehr und mehr Probleme im Ausland - insbesondere in Europa. Vor kurzem deutete der oberste Gerichtshof der Europäischen Union an, dass es für den europäischen Ableger des Google AdWords-Services vielleicht größere Veränderungen bei der Verwendung von Firmennamen geben könnte (wir berichteten). Nun könnte Deutschland, immerhin die größte Volkswirtschaft in der EU, die Skepsis, die dem amerikanischen Unternehmen entgegengebracht wird, noch um einen weiteren Schritt vergrößern.

Unternehmen, die Daten unberechtigt nutzen, drohen hohe Geldstrafen

"Mehrere Vertreter der Bundes- und Landesregierungen in Deutschland versuchen, ein Verbot von Google Analytics zu erwirken", schreibt Robin Wauters im Tech-Blog der Washington Post. "Mehrere Datenschutzbeauftragte sowohl des Bundes als auch auf Landesebene sind davon überzeugt, dass Google Analytics gegen die deutschen Gesetze zum Datenschutz verstößt. Nach derzeitigen Lage gibt es Pläne, wonach Unternehmen, die diesen Dienst intensiv nutzen sollten, um Statistiken über die Besuche auf ihrer Webseite ohne die ausdrückliche Zustimmung der Besucher sammeln, mit einer hohen Geldstrafe belegt werden können.

"Etwa 13 Prozent der Betreiber von deutschen Webseiten (also diejenigen, die eine Seite mit dem Topleveldomain .de betreiben) verwenden derzeit Google Analytics darunter sind auch die führenden deutschen Medien-Organisationen, politische Parteien und einige Pharma-Unternehmen", schreibt Wauters an anderer Stelle, genauer gesagt im TechCrunch Europa.

Google Analytics – Kostenlose Informationen zum Verhalten der Webnutzer

Google Analytics wird fast überall in der Welt des Online-Business als eine hervorragende (und kostenlose!) Quelle für detaillierte Informationen über die Besuche einer Website mit ausführlichen Statistiken und über das Verhalten der Besucher gelobt. Obwohl dies nicht das erste Mal ist, dass europäische Regierungen Google mit Misstrauen gegenüber treten und es auch nicht das erste Mal ist, dass Datenschutzschützer Bedenken über die Methoden, die zur statistischen Datenanalyse von Google (und anderer Unternehmen) verwendet werden, äußern, so ist diese Nachricht in ihrer Reichweite dennoch ein wenig überraschend.

Gründe sind Datenschutzbedenken aber auch Verärgerung über Handelsabkommen

Ein Teil der Bedenken mag darin begründet liegen, dass Deutschland nicht will, dass die Informationen über seine Bürger auf weit entfernten Internet-Servern in den Vereinigten Staaten liegen. Es könnte aber die Unzufriedenheit über das Nicht-Einhalten der Handelsabkommen zwischen der EU und den USA sein. Die EU hat wiederholt ihre Unzufriedenheit über das US-amerikanische Verbot von Onlineglücksspiel geäußert, das im Wesentlichen vielen Unternehmen aus europäischen Ländern, ein legales Engagement in den USA verbietet, dass in Europa als völlig legal angesehen wwird.
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